Kurtisane - Geliebte auf Zeit Drucken

In der heutigen Zeit hört man im Erotikbereich immer öfter den Begriff "Kurtisane". Bereits in dem bildgewaltigen Epos "Chéri" mit Michelle Pfeiffer wird das Leben einer Edelkurtisane porträtiert, die im Frankreich zu Beginn des 20 Jahrhunderts einen jungen Adligen in alle Facetten der Liebeskunst einweiht. Doch nicht nur auf dem Höhepunkt der dekadenten Belle Epoque waren die als Courtisane oder Chaperonnière bezeichneten Edelprostituierten die heimlichen Geliebten am Hofe von Fürsten oder anderen adligen Gönnern. Bereits die Römer und Griechen wussten die Gesellschaft der Kurtisanen zu schätzen, die sich meist in sehr prunkvoller und edler Garderobe präsentierten und durch ein sehr vornehmes und geziertes Auftreten in der Öffentlichkeit ihren gesellschaftlichen Status als kostspielige Luxushuren verschleierten. In der Blütezeit des 16. Jahrhunderts bildete sich ein regelrechtes Kurtisanentum speziell in Italien heraus. Jedoch waren die Kurtisanen schon lange vor ihrer Blütezeit nur ein Abbild der griechischen Hetären.

Auch wenn die einzelnen Kurtisanen führend in Mode und Luxus waren, konnte man diesen Damen keine wirklich höhere Bildung oder einen überragenden Intellekt bescheinigen, obwohl dies durch die zentrale Nähe zur venetianischen Aristokratie lange Zeit angenommen wurde. Auch hatten die Kurtisanen im Gegensatz zu den griechischen Hetären der oberen Schichten keinen besonders angesehenen Ruf in der Gesellschaft. Heutzutage verbirgt sich hinter der Bezeichnung einer modernen Kurtisane lediglich eine normale Geliebte auf Zeit, die sich über ihr Aussehen definiert und ihre Liebesdienste für Geld anbietet. Aufgrund der Historie verbergen sich hinter der Etikette einer Kurtisane meist Frauen, die sich besonders luxuriös und elegant kleiden, über gute Umgangformen verfügen und im Vergleich zu gewöhnlichen Prostituierten eher mit einem elitären Klientel der gehobenen Klasse intime Beziehungen pflegen. Diese Beziehung zwischen Kurtisane und Klient kann sich unter Umständen über einen längeren Zeitraum von Wochen oder Monaten hinziehen und von einer distanzierten, emotionalen Bindung und Nähe auf beiden Seiten geprägt sein.

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